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Dies und das

Selber ausgebremst

Es war Anfang Mai 2020 geworden und endlich sollte man etwa ab Mitte Mai wieder Reisen können. Zu Beginn zwar nur innerhalb Deutschlands, aber Deutschland war auch sehr schön.
Ein Zulassungsdienst für den Night-Liner war schnell gefunden und Mitte Mai sollte er wieder zugelassen werden und dann stand dem Reisen, auch wenn nur im kleinen, nichts mehr im Weg.

Doch 2020 wäre nicht das Jahr 2020 gewesen, wenn es nicht schon wieder anders kommen würde als geplant. Ich wollte so viele wie möglich der Holzbretter in den nächsten 14 Tagen streichen und Dieter ebenfalls so viele wie möglich an die Außenwände unserer Immobilien schrauben. Die Außenverkleidung sollte doch in 2020 noch fertig werden. Doch dann kam der 11.Mai 2020 und ich war auf dem Weg durch die Scheune nach draußen um Bretter zu streichen. Leider hab ich den Hubwagen in der Scheune übersehen und bin voll über das kleine Ding gestolpert. Dabei bin ich mit voller Wucht auf die rechte Seite gefallen und konnte danach auch nicht mehr aufstehen.
Dieter und mein Sohn haben mich dann aufgestellt und in einen Bürostuhl mit Rollen verfrachtet. So ging die wilde Fahrt dann durch die Scheune nach oben ins Wohnzimmer los. Wie die beiden mich aus dem Bürostuhl aus das Sofa bekamen, weis ich nicht mehr. Das einzige, an was ich mich noch erinnern kann, war der stechende Schmerz der alles überlagerte. In der folgenden Nacht hab ich kein Auge zugemacht und die Schmerzen wünsche ich nicht einmal meinem Totfeinde.
Am nächsten Morgen stand fest, der Arzt würde nicht zu uns kommen und ich konnte auch nicht ins Auto steigen um hin zu fahren. So blieb uns nur eine Alternative, wir mussten den Krankenwagen rufen und ich musste schweren Herzen ins Krankenhaus fahren. Immer noch mit der Hoffnung, es war alles nur verstaucht und ich darf gleich wieder nach Hause.
Es folgten im Krankenhaus viele Untersuchungen, mehrmaliges Röntgen und ein CT. Dann kam der nette Oberarzt und meinte ganz trocken, eine Woche müssen sie mindestens hier bleiben, sie haben sich eine Beckenringfraktur zugezogen. Die gute Nachricht, es muss nicht operiert werden und ich brauch auch keinen Gips. Die schlechte Nachricht, ich muss sofort wieder mit dem Gehen beginnen und es ist sehr schmerzhaft, doch sie hätten viele gute Schmerzmittel. Nach einer Woche wäre ich dann sicher so gut auf den Füßen, dass ich wieder nach Hause kann.

Durch die Nachrichten erfuhr ich, das Reisen wieder möglich ist, das die Grenzen zum Teil wieder öffneten und wir wieder ins Ausland reisen konnten. Doch für mich waren die 6 Stufen zum Linergipfel einfach nicht zu bezwingen und somit der Einstieg erst einmal gesperrt. Also hieß es weiter, wir bleiben bis auf weiteres erst einmal zu Hause.

Seit gestern kann ich Treppen wieder sehr gut laufen und den Gipfel in den Liner erklimme ich fast perfekt. Am 03.07.2020 lässt Dieter den Night-Liner wieder zu und dann steht der ersten Ausfahrt nichts mehr im Wege, außer das Jahr 2020 möchte wieder zuschlagen. Wir lassen uns überraschen und wissen jetzt nur eins gewiss, 2020 ist nicht unser Jahr….

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